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Berlinerinnen und Berliner entscheiden

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) klärt derzeit die grundsätzliche Eignung und Bereitschaft von Berlin und Hamburg zur Durchführung Olympischer und Paralympischer Spiele in den Jahren 2024 oder 2028. Der Berliner Senat hat Ende August sein Interesse an einer Bewerbung für die Sommerspiele offiziell bekundet und mit den Antworten an den DOSB ein erstes Konzept vorgelegt. Das Berliner Abgeordnetenhaus, Parteien und Verbände, aber auch viele Bürgerinnen und Bürger diskutieren derzeit eine mögliche Bewerbung. Sollte sich der DOSB dafür aussprechen, dass Deutschland sich mit Berlin für die Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele bewerben soll, besteht zumindest in einer Frage ein breiter politischer Konsens: Ob sich Berlin bewerben wird, entscheiden am Ende die Berlinerinnen und Berliner.


Bewerbungskonzept gemeinsam entwickeln, dann entscheiden

Der Landessportbund Berlin und der BUND Berlin sind sich einig, dass die Frage einer Bewerbung erst dann abschließend mit „Ja“ oder „Nein“ entschieden werden kann, wenn Chancen und Risiken klar definiert sowie Kosten und Nutzen auf Basis eines konkreten und durchkalkulierten Olympiakonzepts ermittelt sind. Offene Fragen müssen gemeinsam formuliert und geklärt, Behauptungen zu positiven und negativen Effekten einem Faktencheck unterzogen werden. Deshalb: Diskutieren Sie mit!


Position des Landesportbund Berlin

Der Landessportbund Berlin steht einer Bewerbung grundsätzlich positiv gegenüber und begrüßt das Interesse des Senats Olympische und Paralympische Spiele in Berlin auszurichten. Olympische und Paralympische Spiele sind ein Weltereignis, das Milliarden Menschen erreicht, bewegt und begeistert. Ein Sportfest, das von seinen Wurzeln in der Antike bis in unsere Gegenwart Völker und Kulturen im friedlichen Wettstreit zusammenführt und dem Austragungsort sowie dem Austragungsland eine unvergleichbare internationale Aufmerksamkeit beschert. Jedoch müssen auch die Berlinerinnen und Berliner etwas von diesen Spielen haben. Z.B. in der Gestalt, dass ihre Stadt noch spannender und weltoffener werden kann, als sie es ohnehin schon ist! Daher müssen die Spiele aus Sicht des LSB sozial, ökologisch sowie wirtschaftlich verträglich und somit nachhaltig sein. Um den öffentlichen Diskussionsprozess transparent und tragfähig zu gestalten, will der LSB von vornherein die enge Abstimmung mit Transparency International Deutschland suchen.


Position des BUND Berlin

Der BUND Berlin steht angesichts vieler ungeklärter Fragen einer Bewerbung derzeit eher skeptisch gegenüber. Für den Umweltverband ist entscheidend, ob und wie Olympische und Paralympische Spiele in Berlin ökologisch tragfähig, sozial verträglich und wirtschaftlich vertretbar durchgeführt werden können. Ob sie aus ökologischer und Nachhaltigkeitssicht akzeptabel sind, hängt von den konkreten Auswirkungen ab. Megaevents wie Olympische und Paralympische Spiele haben grundsätzlich einen großen „ökologischen Fußabdruck“ und müssen daher so umweltschonend wie möglich organisiert werden. Das bisherige Bewerbungskonzept des Senats zeigt, dass die Spiele in Berlin bei weiterer Optimierung unter ökologischen Gesichtspunkten grundsätzlich ohne Versiegelung wertvoller Freiflächen, dem olympiabedingten Neu- und Ausbau von Verkehrsinfrastruktur oder dem Zubau von Hotelkapazitäten auskommen könnten. Das Olympische Dorf muss in ein intelligentes Nachnutzungskonzept eingebunden werden. Offen und ungeklärt sind insbesondere vom Steuerzahler zu tragende, olympiabedingte Kosten sowie die Bedingungen und Anforderungen des IOC an die Gastgeberstädte.